Jana und Reno
 

Von Anfang Oktober 2007 bis Ende März 2008 waren wir endlich mal wieder in Indien.
Zur Einstimmung ging es nach Goa an unseren Lieblingsbeach.
Erstmal entspannen, den Kopf frei kriegen, Abstand haben zu den Problemen der letzten Monate. Wo geht so was besser als am Beach unter Palmen, mit weitem offenen Horizont und dem rauschen des Meeres? Ja das tut richtig gut !
Doch dieses Mal soll Indien eine echte spirituelle Reise für uns werden. Wir wollen zu den wichtigsten Plätzen im Leben Buddhas pilgern und dies mit einigen intensiven Vipassana Meditationskursen verbinden. Den Anfang macht also erst einmal ein längerer Besuch in „Dhamma Giri“ in Igatpuri ( 4 Stunden östlich von Mumbai), dem größten Vipassanazentrum in Indien. Gleich danach folgt ein 20 Tage Meditationskurs in „Dhamma Sindhu“, einem sehr zu empfehlende Zentrum bei Mandvi im äußersten Westen von Gujarat. Nach diesen intensiven Wochen der geistigen Reinigung sind wir sozusagen optimal eingestellt auf Buddha-Pilger-Tour.



Siddhattha Gotama, der Buddha (vollkommen erleuchtetes Wesen) lebte vor ca. 2500 Jahren im nördlichen Indien. Alle wichtigen Ziele für uns liegen im Zentralen Bereich der Gangesebene.

Buddha Statue Sravasti

  1. Shravasti,  Hauptquartier des Buddha
  2. Lumbini, Geburtsort von Siddhattha Gotama
  3. Kusinara, Erlöschungsort des Buddha
  4. Bodh Gaya, vollkommene Erlechtung
  5. Sarnath, erste Darlegung der Wahrheit

Auf halbem Weg gen Norden, in Bhopal, treffen wir mit Lukas, einem alten Freund zusammen. Er hatte von unserem Vorhaben gehört und Lust bekommen uns zu begleiten.
In unmittelbarer Nähe zu Bhopal ist das kleine, ruhige Örtchen Sanchi. Hier steht auf einem Hügel in idyllischer Umgebung eine riesige Stupa. Ihre Entstehung geht zurück auf die Zeit König Ashoka der ca. 300 Jahre nach Buddha herrschte. Zu sehen gibt es  wunderschönen kunstvolle Reliefs, die Geschichten und Ereignisse aus dem Leben Buddhas beschreiben. Die Sanchi Stupas zählen zum Unesco Weltkulturerbe und sind ein echtes Highlight unter allen indischen Sehenswürdigkeiten.

Busfahrt in IndienVon hier aus geht’s für uns drei dann zu unserer ersten echten Buddha Pilgerstätte. Wir beginnen  mit Sravasti, was nah an der Grenze zu Nepal liegt. Shravasti oder Savatthi war eine der größten und reichsten Städte zu Zeiten Buddhas. Buddha selber verbrachte ca. 20 Jahre seines Lebens hier. Zu sehen gibt’s die ausgegrabenen Grundmauern des einstigen Jetavana Klosters. Viele Suttas (Lehrreden) entstanden hier und eine Vielzahl von Geschichten von prominenten Schülern aus Buddhas Lebzeit ereigneten sich hier. Shravasti selbst ist heute ein kleines Dorf wo es nichts zu sehen gibt aber in der Umgebung entstehen  z.Z. gigantische Tempel, Pagoden, Komplexe oder Buddhastatuen , errichtet von allen möglichen buddhistischen Ländern der Welt. Hier gibt’s auch ein Vipassana Meditationszentrum ganz nah am alten Jetavana Kloster. Wir können uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und sitzen einen 10 tägigen Kurs.
Von Shravasti geht’s für uns mit dem Zug nach Gorakhpur einem häßlichen, indischen Drecksloch. Eine Nacht müssen wir hier verbringen bevor wir zur Grenze nach Nepal fahren. Wir müssen nach Nepal rein um nach Lumbini zu gelangen, dem Geburtsort von Prinz Siddhattha.
Die Busfahrt zur Grenze ist recht abenteuerlich. Weil eine Brücke unpassierbar ist hat sich der Busfahrer eine Nebenstrecke ausgesucht um eine lange Umleitung zu vermeiden. Es geht entlang auf Feldwegen, durch kleine Dörfer und  über Dämme. Manchmal geht’s gleich neben dem Reifen einige Meter tief runter in ein Schlammloch. Friedenspagode LumbiniDer Bus ist brechend voll. Jeden Moment könnten wir umkippen, so scheint es zumindest für uns. Ich sage zu Lukas das in einem Buch von mir geschrieben steht das : „ wer auf Pilgerreise mit ergebenen Herzen zu Tode kommt, in einer höheren Existenzebene geboren wird“. Er grinst nur und meint er würde für den Rückweg ein Taxi spendieren. Ohne Visum können wir 3 Tage in Nepal bleiben und das reicht voll und ganz für Lumbini.
Zum Mai Vollmond, im Jahr 563 v. Ch. wurde Prinz Siddhatta unter einem Baum im sogenannten Lumbini Park geboren. Das dieser Ort uns jetzt bekannt ist geht wiederum auf König Ashoka zurück  An vielen wichtigen Plätzen, die mit Buddha in Verbindung standen ließ er große, massive Steinsäulen  errichten. Zu sehen gibt’s die Ashoka Säule, einen Tempel an der Geburtsstelle und einen mächtigen Sal Baum der meist mit zahllosen bunten Wimpeln geschmückt ist. Wirklich beeindruckend ist das riesige Gebiet um diesen Park. Wir leihen uns Fahrräder aus und erkunden die Gegend. Ebenso wie in Shravasti haben alle buddhistischen Nationen oder Traditionen ihre Tempel errichtet, wie Botschaften in einem fremden Land. Es gibt auch einen deutschen Tempel - Disneyland lässt grüßen!  Im koreanische Tempel können wir sehr komfortabel Übernachten.
Tempel Bodh Gaya Eine Tagesreise entfernt liegt unser nächstes Ziel, Kusinara. ( 2 Stunden östlich von Gorakhpur)

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In Kusinara endete die Lebenszeit des Buddha, im Alter von 80 Jahren. Hier vollzogen sich die letzten Momente in seinem Leben, hier wurden die letzten Worte voller Weisheit vom Erleuchteten gesprochen bevor er endgültig erlosch und ins Nibanna einging. (eine Realität, die nicht mehr Bedingungen bzw. dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterworfen ist). Wir besuchen den Nibanna Tempel. Vor uns liegt der Buddha mit einem goldenen Tuch bedeckt. Der Raum ist gefüllt von Mönchen. Ihr rhythmischer Gesang füllt den Raum und erzeugt eine besondere Atmosphäre. Ich bekomme das Gefühl in der Zeit zurückversetzt zu sein, direkt dabei zu sein. Ich spüre tief im Innern was der Welt an diesem Tag verloren ging,  Tränen überwältigen mich. 
Mit dem Zug geht’s über Varanasi und weiter nach Bodh Gaya im Bundesstaat Bihar.
Bodh Gaya ist der Ort wo Siddhattha Gotama zum Mai Vollmond im Jahre 528 v.Ch., unter dem Bodhi Baum in Meditationshaltung saß, seinen Geist von den letzten verbleibenden Unreinheiten befreite und zum Buddha wurde.(durch eigene Bemühung vollständig erleuchtetes Wesen) Vier edle Wahrheiten wurden durch eigene Erfahrung wiederentdeckt.

  • Meditierende unter dem Erleuchtungsbaum am Mahabodhi Tempeldie Wahrheit von der Existenz des Leidens
  • die Wahrheit von der Entstehung des Leidens
  • die Wahrheit von der Auflösung des Leidens
  • die Wahrheit vom Weg der zur Beendigung des Leidens führt

Mönche umkreisen Mahabodhi TempelNur wer sich intensiver mit diesem Ereignis beschäftigt kann die Tragweite dessen erahnen was sich hier ereignete.
In Bodh Gaya ist richtig was los, dieser Ort ist „Mega“ populär. Besonders von November bis Februar soll es sehr voll sein, dann strömen tausende Tibeter hierher. Wir sind im März da und es ist absolut schön hier. Der Tempel ist wunderschön, die Stimmung so friedlich, Menschen aus der ganzen Welt sind da. Einfach ein herrlicher Ort !! Auch hier gibt es ein Vipassana Zentrum, wir besuchen einen weiteren 10 Tage Kurs. Die beste Möglichkeit für uns Dankbarkeit und Respekt zu zeigen.

Relief am Mahabodhi TempelLetztes Ziel auf unserer Pilgertour ist Sarnath ( nur 13 km von Varanasi entfernt).
Nach der Erleuchtung in Bodh Gaya entschloss sich der Buddha seine außergewöhnliche Entdeckung anderen zugänglich zu machen. Es waren 5 ehemalige Freunde, die ihn während der zurückliegenden Jahre als suchender Asket begleitet hatten, die seine ersten Schüler wurden. Im Gazellenhain zu Isipatana (jetzt Sarnath) wurde des Rad der Lehre zum ersten Mal in Bewegung gesetzt. im Vipassana Zentrum Bodh GayaVon hier aus begann die Verbreitung des Dhamma ( Lehre der Wahrheit). Das wir persönlich, in unserem Leben, von der wahren Lehre profitieren können, geht zurück bis auf diesen ersten Vortrag des Erleuchteten vor ca. 2600 Jahren, an dieser Stelle. Zu sehen ist ein großes archäologisches Gebiet  mit Ruinen, einer großen Stupa, Museum usw. Wir bleiben hier zwei Tage, genießen die Ruhe und schauen zurück auf die letzten 2 Monate während der wir auf Pilgertour waren. Es war für uns alle eine der schönsten Reisen in Indien!

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