Jana und Reno
 

Hundsgrün Projekt - der Abschied aus Hundsgrün

Im Jahr 2007 passierte auf dem Hof in Hundsgrün relativ wenig was die Sanierung, den weiteren Ausbau und die Verbesserung der Wohnsituation betraf. Der Hauptgrund dafür lag im Mangel an Zeit bei den meisten von uns. Jana und ich waren die meiste Zeit das Jahres alleine auf dem Hof. Außerdem beschäftigten wir uns mit der Suche nach dem besten Sanierungskonzept. Ideen entstanden und wurden dann wieder verworfen. Es ging nicht voran. Die Situation war so das Jana und ich das einzige gemütliche Zimmer bewohnten und für die anderen weiterhin nur kleine Kämmerchen und die Hofküche verfügbar waren. Diese ungleichen Umstände führten zu Verspannungen bei allen Beteiligten. Für uns alle keine besonders befriedigende Zeit.
Die beste Aktion in diesem Jahr war die eine Woche die wir alle zusammen Zeit fanden und das Dach des Pferdestalls neu eindeckten. Das klappte gut und war echtes Teamwork. 
So verging der Sommer 2007 und einen weiteren Winter wollten wir erst mal nicht im kalten Vogtland verbringen. Also, mal wieder Zeit für Indien ! (dafür Bericht Pilgerreise 2007/2008 lesen)

Für uns ging die Zeit in Hundsgrün im Dezember 2008 zu Ende. Mit nun mehr als einem Jahr Abstand zu den Ereignissen, sind die Emotionen bei uns abgekühlt und wir können die Sache auch mental hinter uns lassen. Mittlerweile haben wir unseren Frieden mit Hundsgrün und allem was dazu gehört gemacht. Die Last ist von unseren Schultern, die Knoten in der Bauchgegend sind verschwunden, das ist wichtig. Für uns sollte es einfach nicht sein !
Rückblickend betrachtet hatte eine Vielzahl von grundlegenden  gegensätzlichen Vorstellungen und Meinungsverschiedenheiten, zwischen Micha, Frank und Andreas auf der einen Seite und uns beiden auf der anderen, nach und nach zu einer äußerst unangenehmen Spannung geführt. Bei unseren gemeinsamen Treffen  ging es z.B. um die Sanierung der Gebäude, die Gestaltung und Einteilung der Wohnbereiche, dem daraus resultierenden Arbeits- und Geldaufwand und wer wie viel davon zu tragen hat oder über Details der Satzung des Vereins als zukünftigen Eigentümer des gesamten Hofes.
Ein echter Konsens war kaum zu finden, oft waren es nur Kompromisse und die fühlten sich schwer, gezwungen und unharmonisch an.
Unsere unterschiedlichen Auffassungen und so manche Missverständnisse führten zu schweren persönlichen Verstimmungen. Spaß und Freude an unserem Projekt ging verloren und Hundsgrün wurde für uns zu einem Knoten in der Bauchgegend. Keine gute Situation um weitreichende Entscheidungen für die Zukunft zu fällen. Wir beide jedenfalls wollten vorerst nur begrenztes Risiko eingehen, vor allem was das finanzielle betraf. Lieber noch etwas abwarten, schauen ob sich alles wieder bessert und dann mit einem guten Gefühl loslegen.
Für die anderen drei war das eine Kehrtwende von zuvor getroffenen Zusagen und Absprachen, sie fühlten sich vor den Kopf gestoßen und beschlossen nun ihrerseits das Ende der Gemeinsamkeit mit uns, was letztlich bedeutete das wir ausgezahlt werden und uns per Ende 2008 aus dem Hundsgrün-Projekt unfreiwillig verabschieden müssen. 

Dies zu akzeptieren fiel uns sehr schwer. Wir waren frustriert, frustriert, frustriert! Da waren zwei Jahre mühsame Arbeit an Haus, Hof und Garten die sich plötzlich irgendwie verloren anfühlten. Unser gerade vertraut gewordenes Zuhause mussten wir schon wieder verlassen. Illusionen von so vielen Dingen, die wir mit diesem Projekt entwickelt hatten, lösten sich auf schmerzhafte Weise auf.
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