Jana und Reno
 

Nun hatten wir, wie schon lange nicht mehr, eine richtige und kuschlige Wohnung. Drei Zimmer und Bad, recht einfach vom Standard  was aber eigentlich für uns eher von Vorteil war. Die Miete passte in unser Budget und ein Kachelofen ist im Winter Top! Endlich hatten wir auch Platz für unsere Schmuck-Werkstatt. Es kam aber noch besser... denn auf dem Grundstück gab`s auch ein verwahrlostes Stück Fläche, welches mal sowas wie ein Garten war. Ruhig gelegen, auf der Rückseite des Hofes mit Blick auf die weite Landschaft im Süden. Obwohl hier neben Andreas Wolf noch andere Leute wohnten schien niemand dieses verborgenen Schätzlein so richtig zum Leben erwecken zu wollen. Andreas war froh einen Teil seines hinteren Grundstücks, das im sowieso über den Kopf zu wachsen schien, in die Hände von dankbaren Mietern zu geben.
Eine ideale Gelegenheit für uns die wir wirklich dankbar annahmen !  Diese Gegebenheiten und die Tatsache das hier noch andere Leute wohnten, wog den Nachteil das wir uns mitten in der „Pampa“ hinter Gera befanden, zu einem großen Teil auf. Zumindest war das anfänglich so.
Die anderen Leute die hier lebten waren....,
Andreas Wolf, der charmante Macher und Lenker- ein Energiebündel in menschlicher Form, ruhelos, vielseitig & kreativ und jederzeit für noch ein weiteres „Projekt“ zu begeistern. Kurzum er ist der Urvater dessen was der Kulturhof in Zickra ist oder zu sein scheint. Er ist auch die „Marktwert“ Agentur, mit etlichen organisierten Kunsthandwerker Märkten im Osten Deutschlands, welche bei Besuchern und Händlern recht beliebt sind.
Kuki, sie betreibt das Hofcafe welches an den Wochenenden im Sommer und natürlich bei den Märkten und Veranstaltungen geöffnet war. Ursprunglich kam sie aus dem italienischen Teil der Schweiz. Dort war es wohl auf Dauer zu öde und so machte sich Kuki auf den Weg das Glück zu suchen und strandete hier in Zickra (bei Berga an der Elster), in Ostthüringen.

Kirsten(unsere Nachbarin) und ihre zwei Kinder Helene & Jacob, eine Frau voller alternativer Vorstellungen und Erwartungen von einem Hofleben, welche jedoch immer wieder wie Seifenblasen zerplatzten und Erschöpfung und Frust bei ihr hinterließen.
Steffen, selbsternannter Künstler und bester Freund von Andreas, leider auch Kettenraucher, er starb ein Jahr später an Lungenkrebs.
Dann gab es noch ein ganzes Geschwader von Helfern, Minijober oder Hartz4ler usw. um die enorme Arbeit die allen „Projekten“ innewohnt zu erledigen.
Wir selber hatten, nach der Erfahrung von Hundsgrün und dem Linke Hof, kein gesteigertes Interesse mehr an aktivem gemeinschafts Hofleben, welches von ständiger gegenseitiger Erwartung und Kompromissen, geprägt ist. Dieses als klare Ansage vorab, ließ uns alle Freiheiten und machte für uns die 3 Jahre in Zickra zu einem, zumindest anfänglich, recht relaxten Aufenthalt.
Ein wirkliches Highlight auf dem Kulturhof Zickra sind die hier mehrmals im Jahr stattfindenden Kunsthandwerker Märkte und da ganz besonders die Adventsmärkte !! Zu diesen Events verwandelt sich der Hof in einen bunten, stilvollen Markt, der Besuchermagnet weit über die Landesgrenzen Thüringens hinaus ist.

Termine und weitere Info´s und Bilder gibt’s unter:  www.kulturhof-zickra.de
 
Ein wirklich Interessanter Ort, gerade auch für uns mit unserem Schmuck. Wir sind sehr dankbar für die Zeit, die wir hier „erlebten“ und für die Begegnungen mit so vielen interessanten Menschen.
Leider war es aber auch so, das es zu äußerst nervigen und lange anhaltenden, psychotischen Konflikten zwischen einigen der Hofbewohner kam, die ein normales Maß an Toleranz überschritten. Die Atmosphäre wurde zusehends Ungemütlicher und färbte auch unsere Stimmung. Da sich daran leider nichts zu ändern schien, war für uns klar – unsere Zeit hier ist zu Ende. 

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