Jana und Reno
 

Mittlerweile sind es schon drei Jahre, die seit der Rückkehr von unserer großen VW-Postmobil-Fernreise vergangen sind. Kaum zu glauben ! Noch immer sind die Erlebnisse dieser Zeit in uns, als wären sie erst gestern passiert. Das heißt, jetzt wieder, denn wir haben wieder mal etwas für das Reisefieber und die Auffrischung des anderen, freieren Lebensgefühls getan.
Die letzten beiden Jahre in Deutschland waren interessant, wenn auch nicht ganz einfach. Schließlich hatten wir uns fest vorgenommen, so unabhängig wie möglich zu bleiben und keinen Rückfall in die so genannte Normalität zu erleiden. Der Lohn dafür - wir gönnten uns sechs Monate Pause in Südindien. Diesmal allerdings ohne unseren treuen VW, sondern als gewöhnliche Rucksackreisende. Diesmal war es keine "Weltentdeckungsreise", vielmehr wollten wir einfach nur "... nett den Winter in unserem geliebten Indien verbringen".
Frankfurt/Main, dann ein Stop in Kuwait, schon sind wir in Thiruvananthapuram in Kerala (ganz unten am Zipfel). Bumm!!!
35 Grad im Schatten bei ca. 98 % Luftfeuchtigkeit, dazu die Reiseumstellung! Diesen Mix mussten wir erst mal verdauen, am besten in Varkala am Strand.
Bumm !!!
Das kleine verträumte Örtchen mit den wenigen Bambushütten an den Klippen (so war es in unserer Erinnerung) wurde von den " Tourismus-Goldgräbern " entdeckt. Nun wird es genauso mit Beton und Stahl "entwickelt" wie woanders auch auf der Welt. Damithatten wir zwar gerechnet, aber es tut uns leid um jedes Paradies, das für immer verloren geht.
Durch die "Backwaters" in Kerala geht's für uns erst mal in die Gewürzberge, in die so genannten " Cardamom Hills". Hier wächst alles von Anis bis Zimt, auch Tee, Kaffee ... und natürlich Pfeffer. Die letzten Regengüsse des Monsuns ziehen über das Land, alles ist üppig grün, tropisch und exotisch.

Wir fahren weiter nach Osten, nach Tamil Nadu, den für unseren Geschmack indischsten Teil Indiens. Besonders das Essen ist ein Traum - zumindest für Vegetarier.

Ein alter Freund hat uns zur Hochzeit seines Bruders in Madras (Chennai) eingeladen. Ansonsten hätte diese Stadt sicher nicht auf unserer Route gelegen. So eine indische Hochzeit ist ein Großereignis im leben aller Beteiligten. Besonders für das Brautpaar stehen mehrere aufregende Tage an. Rituale, Zeremonien, die Feierlichkeiten usw. kosten Zeit, Nerven und natürlich sehr viel Geld. Dafür spart man sich dann im Normalfall aber die Kosten für Scheidung, denn dieser Bund ist für den Rest des Lebens - komme da was da wolle.
Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür. Für gewöhnlich macht da jeder Europäer etwas Besonderes, auch wir hier in Indien. Jana schlägt die zu Indien gehörenden Andamanen Inseln als Austragungsort vor. Ich halte mit einem Meditationskurs dagegen. Wir fahren nicht auf die Inseln. Ein paar Wochen später sind wir froh über diese Entscheidung. Am 26.12.2004 fegt die verherende Tsunamiwelle über die Inselgruppe, mehr als 3000 Menschen sterben allein dort.

Wir reisten von Chennai quer durch das Land Richtung Bombay. Auf dem Weg liegt das kleine, ruhige und idyllische Dörfchen Hampi. Hier war einst das Zentrum der größten und mächtigsten Herrscherdynastie im alten Südindien. Über ein riesiges Gebiet verteilt stehen hier, eingebettet in eine bizarre Gesteinslandschaft, noch sehr viele Tempel und Paläste aus der damaligen Zeit. Ein sauberes Flüsschen schlängelt sich friedvoll zwischen den Hügeln entlang, spendet das Wasser für die Bananenplantagen und lädt zu einem erfrischenden Bad ein. Klingt traumhaft, oder? Ist es auch!
Es folgten mehrere Wochen, die wir mit Meditation verbrachten, genauer gesagt mit Vipassana Meditation. Auf dem Rückweg unserer großen Reise vor drei Jahren hatten wir das Glück, mit dieser Technik in Kontakt zu kommen. Seither bemühen wir uns, dieses "Juwel" in uns weiter zu entwickeln.
In Bombay wird zur Zeit an einer riesigen "Global Pagoda" gebaut, die für bis zu 7000 Menschen Platz zur Meditation bieten wird. Sie soll die Menschen vor allem aber neugierig und aufmerksam machen auf das, was Buddha vor 2600 Jahren wiederentdeckte und was er den Rest seines Lebens wirklich lehrte.
DEN universellen Weg zur Beendigung allen Leidens!

Als letzte Station hatten wir uns unseren Traumstrand in Goa vorbehalten. Knapp zwei Monate lebten wir in einer kleinen Bambushütte unter Palmen direkt am Meer. Es gibt nur sehr wenige vergleichbare Plätze auf der Welt, wo alles so optimal zusammenpasst und es einfach genügt, da zu sein. Warum ist das eigentlich so?

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