Jana und Reno
   
         
 
 
 
         
Der Landweg nach Indien ist ein Teilstück unserer 2 jährigen Horizonte Reise um die halbe Welt. Im Spätherbst 1999 reisen wir mit unserem VW-Bus aus den Bergen der Osttürkei über den Transit Grenzübergang bei Bazargan in den Iran ein. Von den kalten Höhen der Gebirge im Nordwesten des Landes führte unsere Strecke auf mehr als 3000 km quer durch die Mitte dieses Landes. Auf außerordentlich guten Asphaltstraßen rollen wir durch eine recht vegetationslose aber wunderschöne Landschaft in der Berge, Sand- und Steinwüsten dominieren. Unser Weg führt uns in die Städte von Maku, Tabris, Hamadan, bis zu den "Perlen des alten Persien" Esfahan und Shiraz und natürlich Bam wo sich eine riesige aus Lehm gebaute Festung inmitten einer endlosen Wüste erhebt. Unser 5 Tage Transitvisum verlängerten wir auf Grund der überraschend positiven Eindrücke insgesamt 3 mal um so lange wie möglich bleiben zu können, nach 20 Tagen mußten wir dann aber endgültig raus, leider!!

...aus dem Tagebuch
Schon an der Grenze machen wir die erste Bekanntschaft mit der Hilfsbereitschaft der Iraner, als unsere Lichtmaschine streikt und aus den Lüftungsschlitzen unseres VW -Busses dicke Rauchwolken aufsteigen ist direkt jemand zur Stelle der Hilfe anbietet. In einer kleinen Garage, von denen es hier hunderte gibt wird unsere Lichtmaschine in alle Einzelteile zerlegt und ein neues Lager in einem anderen Shop besorgt alles wird wieder zusammengebaut und eingesetzt nach ca. 1 Stunde bezahlen wir 20 Dollar und sind absolut happy. Dieses Lager läuft noch heute wie geschmiert. Auf einem Hotelparkplatz in Maku verbringen wir unsere erste Nacht. Am nächsten morgen endlich Tageslicht und was für ein Licht und was für eine herrliche Landschaft. Karge Berge, die Spitzen schon schneebedeckt, weite offene und übersichtliche Panoramen bieten unseren Augen genau das was sie brauchen, um alle innere Spannung zu lösen.

Pakistan ist das letzte Land bevor wir nach Indien gelangen, über den Grenzübergang Mirjaveh/Taftan verlassen wir den Iran und sind nun in Pakistan. Durch die Wüste Belutschistan geht's bis Quetta, von dort quälen wir uns und unseren VW - Bus auf übelsten Pisten im Schrittempo bis Dera Ghazi Khan. Wir fahren nach Norden durch die dichtbesiedelte Indusebene bis Peshawar und Islamabad. Wir folgen dem Indus weiter nach Norden, fahren den sogenannten "Karakorum Highway" bis fast zur chinesischen Grenze. Diese 750 km lange Strecke bildet den Landschaftlichen Höhepunkt auf unserem Weg nach Indien.
Obwohl es nur wenig " touristische Highlights" gab, war Pakistan ein Hammer. Wir fühlten uns, wie per Zeitreise zurück in den Orient vor 100 Jahren gereist zu sein. Besonders die Städte Quetta, Peshawar und Lahor haben ein unbeschreiblich exotisches Flair. Überall wo der Blick hingeht gibt's was Neues und Unerwartetes zu sehen. Am beeindruckendsten war für uns aber die Gastfreundschaft, das eigentliche Highlight dieses Landes. Fast jeden Tag waren wir irgendwo als Gäste bei den Pakistanis eingeladen.

...aus dem Tagebuch
Mit einem breiten Lächeln und den Worten "Welcome to Pakistan" bekommen wir eine Tasse Milchtee vom Ranghöchsten Zollbeamten, am Grenzübergang vom Iran zu Pakistan, serviert. Nun sind wir also in Pakistan. Unsere erste Etappe führt uns 600 km durch die von wilden Geschichten bekannte Wüste von Belutschistan, das sogenannte Hoheitsgebiet afghanisch - pakistanischer Schmugglerbanden. Wir erreichen das erste kleine Wüstendorf Dalbandin, uns wird klar, daß wir in einer anderen Welt sind, hier ist die Zeit stehengeblieben.

Minarette in Esfahan - Perle des alten Persiens

zu Gast in Pakistan

Industal Pakistan

Kleine, dunkle, schmutzige Gassen rechts und links, halb zerfallene Lehmhäuschen - zur Straße hin offen, in denen Händler wie im Märchen beim "Kleinen Muk" sitzen und lautstark ihre Waren anbieten. Kamel- und Eselkarren blockieren die enge Basarstraße. Überall die Männer, gehüllt in ihre orientalische Kleidung - nur die dunklen Gesichter heben sich hervor. Wir sind voller innerer Unruhe all unsere Sinne sind extrem aktiviert. Diese Zustände von Erstaunen und Verwirrung müssen wir erst mal in den nächsten Tagen verdauen...